Hallo ihr Lieben,
hier bin ich wieder. In diesem Blog möchte ich auf die rechtlichen Fragen zum Arbeiten im Camper eingehen. Also, was ist rechtlich erlaubt beim mobilen Arbeiten, beziehungsweise was muss beachtet werden? Dabei ist meine Recherche hauptsächlich auf die angestellten Mitarbeiter und nicht auf die Selbständigen gerichtet.
Beim mobilen Arbeiten (Remote Work) handelt es sich um ein ortsunabhängiges Arbeitsmodell ohne festen Arbeitsplatz.
Das mobile Arbeiten ist eine noch freiere Arbeitsform als das Homeoffice, denn es ist im Gegensatz zu diesem nicht an das Zuhause als Arbeitsort gebunden. Dementsprechend schwierig kann es sich aber auch gestalten, die rechtlichen Regelungen einzuhalten.
Mobiles Arbeiten kann nur im Einvernehmen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer:innen vereinbart werden. Das Ganze wird über eine Betriebsvereinbarung oder eine Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag festgehalten.
Und glaube mir, ich habe wirklich viel Recherche betrieben, aber hier einen Durchblick zu behalten, ist wirklich schwierig. Das Thema ist sehr komplex und natürlich auch von deinem Arbeitsvertrag (beziehungsweise von der Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag) oder der Betriebsvereinbarung abhängig).
Zudem wurde während Corona das Arbeiten im Home Office, beziehungsweise remote zu arbeiten sehr populär. Jedoch versuchen Firmen, wie zum Beispiel die SAP (Software-Unternehmen), ihre Mitarbeiter wieder zum Arbeiten im Betrieb aufzufordern und damit mehr Präsenz zu zeigen. Aber gibt es da ein sogenanntes "Gewohnheitsrecht" für eine Remote-Arbeit? Leider nein, denn sollten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf die Möglichkeit zur mobilen Arbeit einigen, sei dies eine freiwillige Entscheidung des Arbeitgebers.
Es wird differenziert zwischen Arbeiten im Home Office (was an einen festen Arbeitsort, also gewöhnlich an deinen Wohnort) gebunden ist), versus mobiles Arbeiten, was ein Arbeiten an einem ortsunabhängigen Arbeitsort, also ohne festen Arbeitsplatz einschließt (dies würde dein Arbeiten im Camper einschließen). Würdest du jetzt im (mobilen) Camper, womöglich auf einem festen Campingplatz arbeiten, dann würde das ebenfalls ein mobiles Arbeiten bedeuten. Was bedeutet fester Arbeitsplatz: Für gewöhnlich befindet sich der Arbeitsplatz im Betrieb als fester Arbeitsort. Aus der Eigenart der Tätigkeit z.B. als Berufskraftfahrer oder Außendienstmitarbeiter können sich jedoch auch außerhalb des Betriebes liegende Arbeitsorte ergeben.
Hinweis: Die unten aufgeführten rechtlichen Regelungen wurden nicht von einem Personalverantwortlichen oder Rechtsbeistand geprüft - daher prüfe vor dem mobilen Arbeiten deine eigene Situation auf rechtliche Regelungen mit deiner Personalabteilung (HR) und deinem Vorgesetzten (und eventuell mit einem Rechtsbeistand).
Hast du es auch schon mal erlebt, dass im Zug oder in anderen öffentlichen "Einrichtungen", wie zum Beispiel in Cafes oder in der Straßenbahn, der Datenschutz sehr vernachlässigt wird. Hier werden wichtige Firmeninternas einfach ausgeplaudert oder man kann als Nebensitzer einfach mal die Statistiken der Firma einsehen. Daher ist es sehr wichtig, die rechtlichen Anforderungen beim Arbeiten "außerhalb" der Firma zu beachten.
Übrigens, Transportmittel, die im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden, zählen nicht als Arbeitsstätte. Dazu zählen Luft-, Land- und Wasserfahrzeuge (alle Transportmittel, die in die Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eingebunden sind und der öffentlichen Personenbeförderung dienen), also zum Beispiel ein Zug oder Bus.
Bedeutet das jetzt, dass das Arbeiten im Zug nicht zum mobilen Arbeiten zählt? Beim Arbeiten im Zug handelt sich es gewöhnlich um eine Dienstreise (ab einem Zeitrahmen von 8 Stunden), daher zählt das Arbeiten im Zug auch zur Arbeitszeit und wird bei vielen Arbeitgebern gleich im Arbeitsvertrag geregelt. Eine Dienstreise sollte 3 Monate nicht überschreiten (die sogenannte Dreimonatsfrist). Zählt denn jetzt das Arbeiten im Camper (bis zu 3 Monaten) auch zu einer Dienstreise oder zum mobilen Arbeiten? Eine Dienstreise bezeichnet alle dienstlich oder beruflich bedingten Fahrten, die Mitarbeiter außerhalb ihrer eigentlichen Arbeitsstelle durchführen (also gewöhnlich Meetings, Kundentermine, Messen, Verkaufsgespräche, Besuche anderer Firmenstandorte oder ein Geschäftsessen). Daher fällt das Arbeiten im Camper nicht zu einer Dienstreise, sondern zählt zum mobilen Arbeiten.
Auch beim mobilen Arbeiten im Camper ist es sehr wichtig, den Datenschutz einzuhalten. Was genau bedeutet Datenschutz und welche Daten fallen unter den Datenschutz:
Datenschutz bezeichnet den Schutz personenbezogener Daten natürlicher Personen vor missbräuchlicher Verwendung. Der Datenschutz stützt somit das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, also die Freiheit des Einzelnen, selbst über die Verarbeitung seiner Daten zu bestimmen. Beispielsweise zählen die Telefonnummer, die Kreditkarten- oder Personalnummern einer Person, die Kontodaten, ein Kfz-Kennzeichen, das Aussehen, die Kundennummer oder die Anschrift zu den personenbezogenen Daten.
Aber auch Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse sind unbedingt zu schützen (die Regelung zu den Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen ist zum Beispiel in meinem Arbeitsvertrag geregelt).
Was sollte daher unbedingt beachtet werden:
- Benutze, die von der Firma zur Verfügung gestellte Hardware und Infrastruktur (wie z.B. Zugriff via VPN auf das Firmennetzwerk)
- Sperre deinen Bildschirm beim Verlassen deines mobilen Arbeitsplatzes
- Zusätzlich solltest du immer darauf achten, dass niemand auf deinen Bildschirm schauen kann (eventuell Sichtschutzfolie verwenden)
- Führe Telefonkonferenzen und Telefonate so, dass niemand zuhören kann (also Türen und Fenster schließen oder im Zug keine Telefonkonferenzen durchführen)
- Achte bei Besuchen immer darauf, dass du deinen Bildschirm vorher sperrst.
Hier eine kurze Zusammenfassung: generell ist es wichtig, dass du das mobile Arbeiten mit deinem Arbeitgeber regelst. Habt ihr eine Einigung gefunden, dann auf jeden Fall immer den Datenschutz einhalten und die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse wahren.
Im nächsten Blog gehe ich weiter auf den Begriff "Remote Work" und auf weitere rechtliche Regelungen zum mobilen Arbeiten ein.
In diesem Sinne: Work a mile and smile.
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